Lampen Installation: "stairs to the roof"  - 2026 Pedro - @ home

Tennassee Williams


"stairs to the Roof"

 von Tennessee Williams:

"a prayer for the broken heart left in cages."
2026 - Pedro -



unbedingt lesen

noch beser ansehen !!!


 Stairs to the Roof erzählt die Geschichte eines Mannes, der sein geordnetes Leben verlässt, weil ihn die Ahnung nicht mehr loslässt, dass jenseits von Routinen und Sicherheiten noch etwas anderes auf ihn wartet. Die Treppe zum Dach wird dabei zum Bild für Aufbruch, Perspektivwechsel und die Suche nach einem Leben, das sich nicht allein nach äußeren Erwartungen richtet. Das frühe Stück von Tennessee Williams verbindet Leichtigkeit, Poesie und leisen Surrealismus zu einer Erzählung über Freiheit, Sehnsucht und den Mut, den eigenen Weg zu suchen.
I love it. 

Verspielte und "verrückte" Dinge


Es gibt Phasen im Leben, in denen wir funktionieren. 
Und es gibt Momente, in denen wir spielen. 
Beides gehört zusammen, doch das Spiel gerät oft leise ins Abseits. 

Vor einigen Jahren nahm ich an einer mehrmonatigen Studie in der Schweiz teil. 
Ihr Kern war ungewöhnlich einfach und zugleich erstaunlich konsequent: Spielen wieder zulassen. Kleine Aufgaben, spielerische Herausforderungen, ein bewusstes Einüben von Leichtigkeit im Alltag. Parallel dazu wurden psychologische Parameter erhoben. 

Was dabei sichtbar wurde, war bemerkenswert.


Mit der Rückkehr des Spiels veränderten sich auch die inneren Räume. Lebensqualität, emotionale Stabilität und subjektive Leistungsfähigkeit nahmen zu. Nicht durch Anstrengung, sondern durch ein Wiederentdecken. 
Spiel ist kein Luxus. Es ist ein Grundmodus menschlicher Erfahrung. 

In der Psychologie gilt Spiel als ein Raum, in dem Lernen, Kreativität und Regulation gleichzeitig stattfinden. Es verbindet Neugier mit Bewegung, Wahrnehmung mit Resonanz. Wer spielt, verlässt für einen Moment die Enge von Ziel und Bewertung und betritt einen offenen Horizont. 

Und vielleicht braucht es dafür manchmal einen kleinen Schritt ins vermeintlich Verrückte.


 Nicht im Sinne des Verlustes von Orientierung, sondern als leise Verschiebung von Gewohnheit. Dinge anders tun. Ungewohnte Wege gehen. Sich erlauben, nicht sofort sinnvoll zu sein. Genau in diesen Momenten entsteht oft etwas Unerwartetes:
Entlastung, Lebendigkeit, ein neuer Zugang zu sich selbst. 

Spiel berührt diesen Randbereich zwischen Ordnung und Freiheit.
Dort, wo wir uns ein wenig lösen von dem, was wir zu sein glauben, und beginnen,
uns wieder zu erleben. Vielleicht liegt genau darin seine Kraft:

Spiel unterbricht das Müssen, ohne das Können zu verlieren. 

Diese Seite ist eine Einladung.

 Nicht zum Rückzug aus der Welt, sondern zu einer anderen Art, in ihr zu sein. 


Spielerei 2026

Lunare

 Reiseprotokolle

"Reisebegleiter" Lampeninstallation/ in Besitz   - 2018 - 

"Osteogalaktisch"  Poster zum Comic-Zyklus   - animiert -

Heimsuchermoped – Werkstattkapitel

Nach außen sah es so aus, als würde ich in diesen Nächten einfach nur spät ins Bett gehen. In Wahrheit saß ich im Garten und baute mir Stück für Stück mein Flucht- und Forschungsgerät: das Mondmoped. Nicht in einem Rutsch, sondern in vielen Vollmondnächten, immer genau so weit, wie meine Geduld, meine Müdigkeit und der Inhalt der Wasser- und Weinflasche reichten.

Die Basis war ein alter Puch-Mopedsattel, den ich vor Jahren auf einem Flohmarkt gerettet hatte. Er war eigentlich viel zu hart für längere Fahrten, aber genau richtig für Reisen, bei denen man nicht vergisst, dass man einen Körper hat. Unter dem Sattel, gut versteckt, sitzt ein Stein, der so schwer ist, dass man ihn alleine kaum tragen kann. In einem Bachlauf in Österreich haben zwei Leute ihn gemeinsam ins Auto geschleppt und hierher verbracht. Irgendwann lag er mit den Worten „Den wirst du noch brauchen“ vor mir. Seitdem ist er der ultraschwere Gravitationseinstieg des Mondmopeds. Ohne diesen Stein würde ich vermutlich irgendwo im Nirgendwo der oberen Atmosphären herumirren. Das Lenkergestänge stammt von einem alten Mopedlenker, wie ich ihn als Kind einmal hatte. Als ich ihn festschraubte, roch es für einen Moment nach Zweitaktöl und Sommerferien. Vorne daran montiert: der Spiralantrieb. Ein Gebilde aus hellen Spiralleuchten, so stark, dass sie den ganzen Garten in ein milchiges Nachtlicht tauchen können. Wenn sie voll aufgedreht sind, sieht alles ein bisschen aus wie in einem Traum, kurz vor dem Aufwachen.
Oben auf dem Lenkersystem sitzt die Tiki-Unit: ein alter Blitz aus den fünfziger Jahren, damals für Kameras gedacht, die noch Film fraßen. Heute ist er meine Verblitzungseinheit. Wenn Tiki sich meldet, blitzt es kurz, und die Dinge erscheinen für eine Sekunde gnadenlos klar. Manchmal ist das hilfreich, manchmal auch unangenehm ehrlich.
Am Sattel baumeln zwei Fuchsschwänze, weil jedes anständige Moped wenigstens ein bisschen Eitelkeit braucht. Direkt dahinter leuchtet ein kleines Helferlein – eine Lampe, die als stiller Fahrtkoordinator fungiert. Wenn sie nervös flackert, weiß ich, dass ich entweder zu schnell, zu stur oder am Thema vorbei unterwegs bin. Unten am Rahmen sitzen Fußrasten mit Halbschalen von einer alten Honda: Sie geben den Füßen Halt, selbst wenn der Rest von mir gerade nicht weiß, wo oben und unten ist.
Über dem Ganzen kann ich einen aufspannbaren Schirm montieren, eigentlich ein alter Fotoschirm, der Licht reflektiert. Im Mondmopedeinsatz ist er meine Selbstreflektionsanlage. Wenn der Schirm offen ist, kommen Gedanken und Erinnerungen zurück wie Licht, das gegen eine weiße Fläche prallt und freundlich ins Gesicht zurückgeworfen wird.
Hinten ist eine alte Bildkamera fest verschraubt. Sie nimmt nichts „objektiv“ auf, aber sie sammelt Eindrücke, Stimmungen, Farben – Daten, die ich später im Hangar auswerten kann. Am Sattel festgeklemmt: eine kleine Flasche Malt-Whisky. Irgendjemand hat auf einem alten Bild oder Etikett einmal „Molt“ statt „Malt“ geschrieben; seitdem heißt sie im Bordjargon liebevoll „das Moltchen“, auch wenn darin ganz normaler Malt-Whisky aus Malz steckt. Offiziell dient sie der Desinfektion des Bordwerkzeugs. Inoffiziell ist sie Treibstoff für Mut und Selbstironie – und ein freundliches Bestechungssäftchen für bereits bekannte schräge Vögel im Orbit.
Und dann ist da noch der Weidenhangar. Aus Weiden geflochten, steht er am Rand des Gartens, halb Versteck, halb Ritualraum. Hier wird das Mondmoped geparkt, geputzt, gestreichelt und gelegentlich leise beschimpft. Der Hangar schützt es vor Regen, neugierigen Blicken und vor mir selbst, wenn ich auf die Idee komme, mitten in der Nacht noch „nur ganz kurz“ zu einer neuen Exkursion aufzubrechen.
So ist das Mondmoped entstanden: aus Fundstücken, Freundesgeschenken, Erinnerungen und einer Reihe von Nächten, in denen ich mehr geschraubt als geschlafen habe. Es ist kein perfektes Fahrzeug. Aber es fährt dahin, wo ich mit bloßen Gedanken nie hinkommen würde.

Das Mondmoped im Bereitstellungsmodus - Inversion-

Diffuse Peilung mit Helferlein

oben: " meine x-ray Brille am Lenker "

unten: div. Impressionen

 Oben:
Der morgendliche "Weidenhangar" fürs Moped, Acetylsalicylsäure geschwängert.

Unten:
diverse interstellare Arbeitsentwürfe