Foto - 2019- Mein persönliches "Helferlein" in nachdenklichen Stunden.
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Ausblick
Neben mir sitzt Mela, die Dunkle.
Und doch ist sie es, die das Licht lenkt,
leise und genau, dorthin, wo etwas sichtbar werden will.
Wir sind zwei kleine Wesen auf den Schultern eines Riesen.
Nicht, weilsondern weil er uns trägt.
Wir sitzen auf Augenhöhe miteinander
und schauen.
Nicht, um zu erklären.
Nicht, um zu bewerten.
Sondern um wahrzunehmen.
Manches entsteht einfach.
Im Tun.
Im Innehalten.
Im Versuch, einen Augenblick zu berühren,
der sich nicht festhalten lässt.
Für einen Moment ist es da.
Dann verändert es sich schon wieder.
Was bleibt, ist nicht das, was man sehen kann.
Es ist der Weg dorthin.
Und so schauen wir weiter... wie wir ihn begehen können.
Anfangen und Wiederkehren
Embryologie
Kein Anfang steht für sich, kein Ende bleibt allein,
im Kreisen der Kräfte wird beides sein.
Ein Funke im Dunkel, ein atmender Raum,
ein Werden im Werden, ein tastender Traum.
Gefaltet im Kleinsten ein uraltes Licht,
ein Wissen, das drängt und sich selbst noch nicht spricht.
Kein Plan, der es lenkt, kein Gedanke, der führt,
nur Antwort, die wächst, wenn die Welt es berührt.
Ein Raum, der empfängt und das Wachsende hält,
ein Dazwischen, das trägt und Bewegung bestellt.
Wo Druck sich verdichtet und Zug sich entfacht,
wird leise aus Möglichkeit lebendige Macht.
Ein Streifen entsteht im formenden Feld,
ein erstes Sich-Wenden, das Richtung erhält.
Nach außen das Fühlen, das suchende Licht,
im Dazwischen die Kraft, die verbindet und bricht.
Nach innen das Tragen, das nährende Sein,
drei Ströme im Werden und keiner allein.
Ein Gewebe aus Spannung, aus Nähe, aus Zeit,
das sich in Bewegung zur Form erst befreit.
Doch wächst mit der Form auch das fragende Mehr,
ein Drängen, ein Suchen, ein hungerndes „Wer?“.
Ein Faustisches Sehnen, das Grenzen durchbricht,
das wächst und zerfällt – und doch weiter sich spricht.
Und draußen im Fernen, in anderem Raum,
wo Sterne sich wandeln im kosmischen Traum,
da würde derselbe, uralte Impuls
sich anders entfalten im anderen Puls.
Vielleicht ohne Schwere, vielleicht ohne Rand,
kein Innen, kein Außen im fremderen Land.
Ein Leuchten, ein Schwingen, ein anderes Sein –
und doch wieder Antwort im Werdenden Sein.
P.K.E . (Pedro) Weber
Gedicht " Hände" Am Vortabend unserer Praxiseröffnung in Freudenberg -1 999 -
Bild Oben : Der Brunnen des Eisen- Hans
Montage -2026-
(mit Dank an Robert Bly)
Gedicht unten: " Mannsbild " - 1993 -
t
Mannsbild
Ich glaubte, ich war der Meister im Spiel und im Tanz,
gesonnt im Applaus und im schillernden Glanz.
Arabesken, Sprünge, akrobatischer Fall.
Auf der Suche stets nach dem goldenen Ball.
Empor immer wieder ins gleißende Licht,
Doch die Wahrheit am Grunde des Brunnens, die erblickte ich nicht.
Erst im Weg durch die Asche, da fand ich mein Schild.
Mein Herz schlägt heut anders, so wunderbar wild.
Alleine und frei und noch mein Herz voller Sehnen.
Doch ganz anders als früher, manch haltloses Wähnen.
Heut pflück ich die Blumen, die Wilden, die Süßen.
Ich werde nicht mehr für andere büßen.
Den goldenen Ball den werde ich Ihr dann schenken,
Den Atem der Freiheit mit Liebe versenken.
Im Schoß der Natur, meinem Kind, meinem Weib.
Vater und Mann, ein starker Leib.
Der rostige Mann, der wird mich bestärken,
Das mag jeder Freund und Feind sich merken.
loco - 1999 -
Aggregatzustand
Bohrende Langeweile,
die Sekunden tropfen mir wie Wachs
aus den brennenden Augen.
Wieder falle ich in das Loch in meinem Wohlstandsbauch.
Wieder die Leere, die alles aufsaugt,
mich an mich selbst erinnert.
Würde es wenigstens so schmerzen, dass ich schreien könnte,
aber alles ist kalt, unwirklich und beängstigend zugleich.
Wie mein Kühlschrank, der wie zum Hohn erneut anspringt, mir mit seinem monotonen Girren wie eine chirurgische Säge in den Kopf fährt, als wollte er mir meine letzte Beherrschung rauben.
Trotzig fahre ich hoch, reiße den Stecker aus der Dose, kindlicher Triumph, fast als hätte ich mich selbst losgemacht von der Kälte, die überall lauert.
Mit zunehmender Sympathie, fast liebevoll,
wische ich die Überschwemmung am nächsten Morgen auf.
Es waren die Tränen, die ich vergaß zu weinen.
- 1980 Pedro -